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Ergänzung: Aktuelle Vorhersage NOAA zu El Nino und La Nina

NOAA, die National Oceanic and Atmospheric Administration,USA, hat eine aktualisierte Vorhersage zum derzeitigen El Nino und der kommen La Nina herausgegeben.

Die folgende Abbildung zeigt die Temperaturanomalien im Pazifik für die 3-Monats Mittelwerte (z. B. NDJ: November Dezember Januar; FMA: Februar März April …) jeweils für das Jahr 2016 und Anfang 2017.

Die Konturintervalle zwischen den Linien gleicher Temperatur Cint betragen 0,3 °C.

NOAA El nino la nina forecast 160220

LIM SST Anomalies Forecast data provided by the NOAA/ESRL Physical Science Division and CIRES CU, Boulder, Colorado, from their website at

http://www.esrl.noaa.gov/psd/

Die Vorhersage beinhaltet ein sehr schnelles Abklingen des derzeitigen starken El Nino bereits bis Februar März April und das Einsetzen einer recht ordentlichen La Nina ab Mai Juni Juli.

Letztere wird zu einer erheblichen Reduzierung der global gemittelten Temperaturen führen.

Man darf gespannt sein, wie sich das auf die Modellvorhersagen und die anthropogen verursachte Erwärmung auswirkt !!

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PDF hier:

Ergänzung Aktuelle Vorhersage NOAA zu El Nino und La Nina

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El Nino – La Nina: Ein Überblick

Zurzeit ist der Name El Nino wieder in aller Munde, da er unser Wetter beeinflusst, die global gemittelten Temperaturen ansteigen lässt und sich mit besonderer Stärke entwickelt.

Hohe_Wellen_in_Ocean_Beach

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13121913

Der El Nino Zustand wird auch als El Nino Southern Oscillation, ENSO, bezeichnet, ein gekoppeltes Zirkulationssystem von Ozean (Oberflächentemperaturen) und Atmosphäre (Passatwinde, Luftdruckverteilungen).

Dieses wichtigste Klimaphänomen mit globalen Auswirkungen, das alle 4-12 Jahre auftritt, kann auch von den aufwändigsten Klimamodellen, die unser Klima auf 100 Jahre vorherzusagen glauben, nicht angesagt werden. Erst wenn es bereits am Entwickeln ist, wird versucht, seine Stärke und Dauer durch Vergleich mit bisherigen Verläufen darzustellen. Das liegt natürlich daran, dass das Auftreten von ENSO bestimmt ist durch deterministisches Chaos, genau wie das Wetter und auch das Klima!

Im Folgenden soll anschaulich Entstehen und Wirkung eines El Nino beschrieben werden.

Eine ausführlichere Darstellung des El Nino-La Nina Phänomens siehe z. B.

WIKIPEDIA

https://de.wikipedia.org/wiki/El_Ni%C3%B1o

oder Info Seite zur Klimaanomalie im Pazifik

http://www.elnino.info/

oder ENSO-Info

http://www.enso.info/enso.html

El Nino, das Christkind oder der Knabe, ist ein Klimaphänomen, das sich im Pazifik zwischen Südamerika und Australien/Indonesien abspielt, und über so genannte Fernwirkungen (Telekonnektionen) das globale Klima beeinflusst. Sein Name kommt daher, dass das Phänomen sich hauptsächlich im Winter in der Weihnachtszeit besonders stark bemerkbar macht. Peruanische Fischer haben diesen Ausdruck geprägt, da in El Nino Jahren die ausbleibenden Fischschwärme starke negative wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Um das Klimaphänomen El Nino zu beschreiben muss zunächst der Zustand dargestellt werden in Jahren, die weder von El Nino noch La Nina beeinflusst werden.

In diesen Jahren herrscht ein starker Süd-Ost-Passat vor, der das Oberflächenwasser vor der Küste Perus nach Westen treibt und somit dem kalten Wasser des Humboldtstromes den Auftrieb ermöglicht. So herrschen normalerweise vor der Küste Perus Wassertemperaturen an der Meeresoberfläche von 23-24 °C, hingegen an der Ostküste Indonesiens 27-28 °C.

Während eines El Nino werden die Passatwind schwächer. Die Wassermassen, die während der starken Südostpassate nach Westen gedrückt wurden und sich dabei erwärmten, fließen nun nach Osten zurück, so dass das kühlere nährstoffreiche Wasser des Humboldtstromes sich nicht zur Oberfläche durchsetzen kann. Der Wasserstand im Ostpazifik wird dabei um bis zu 30 cm erhöht, während er im Westen entsprechend abnimmt.

Dabei ändern sich großräumig die Luftdruckverteilungen im Pazifik mit den entsprechenden Windstärken und Richtungen (Walker Zirkulation ohne El Nino und La Nina in der nächsten Abbildung).

Walker-Zirkulation

https://de.wikipedia.org/wiki/Walker-Zirkulation#/media/File:Walker-Zirkulation.png

Bei El Nino entsteht ein Tiefdrucksystem (aufsteigende Luft, Regen) im Osten des Pazifiks, im Westen ein Hochdrucksystem (absinkende Luft, trocken).

Im Verlauf eines El Nino kommt es somit an der südamerikanischen Küste zu schweren Regenfällen, ebenso wie an der nordamerikanischen Westküste (was Kalifornien derzeit gut gebrauchen kann). In Südostasien und Australien kommt es auf Grund der Trockenheit zu großen Busch- und Waldbränden. Während es in Ostafrika in Ländern wie Kenia und Tansania mehr Regen gibt, ist es in Sambia, Simbabwe, Mosambik und Botswana (südliches Afrika) deutlich trockener.

Schwere Stürme an der Westküste Mexikos und in Kalifornien sind ebenfalls Folgen des El Nino. (Foto in San Diego)

Hohe_Wellen_in_Ocean_Beach

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13121913

Der derzeitige Zustand der Temperaturanomalien des pazifischen Ozeans in einem starken El Nino Jahr ist in der folgenden Abbildung (NOAA) dargestellt (Temperatur in Fahrenheit;

ENSO_SSTA_201601_lrg

https://www.climate.gov/sites/default/files/ENSO_SSTA_201601_lrg.png

im nächsten Bild Temperatur in °C).

NOAA-CPC-NWS-NOAA_SST_Anoms_2015https://de.wikipedia.org/wiki/El_Ni%C3%B1o#/media/File:NOAA-CPC-NWS-NOAA_SST_Anoms_2015.jpg

Der Zustand des El Nino wird durch verschiedene Zustandsgrößen beschrieben z. B. NINO3.4 SST Index, der die Oberflächen-Meeres-Temperaturen im bezeichneten Gebiet in Abweichung vom Temperaturmittel angibt,

map-pac-EquCylproj Nino Bereiche

http://wattsupwiththat.com/reference-pages/climatic-phenomena-pages/enso/

nino3_4 Feb 2016

http://www.bom.gov.au/climate/enso/monitoring/nino3_4.png

oder den Multivariate ENSO Index (MEI). Bei letzterem werden nicht nur die Meerestemperaturen im El Nino Bereich gemessen, sondern es gehen zusätzlich der Luftdruck auf Meereshöhe, die zonalen und meridionalen Windgeschwindigkeiten auf Meereshöhe, die Meeres- und Lufttemperaturen und der Grad der Bewölkung ein.

imei Feb 2016

http://climexp.knmi.nl/data/imei.png

Wie man am MEI deutlich erkennt, ist der derzeitige El Nino nicht ganz so stark wie der von 1998 und befindet sich bereits am Abklingen. Aber er wird bis in die zweite Hälfte 2016 seine Wirkung noch zeigen.

NOAA: El Niño remains strong, with continued warmth in the surface waters of the east-central tropical Pacific and wind and rainfall disruptions across the entire basin. Most indicators are starting to show weakening, however. El Niño is likely to become neutral by late spring or early summer 2016, with a possible shift to La Niña in the fall.

Der Einfluss des El Nino 2015/2016 auf die global gemittelten Temperaturanomalien ist in der folgenden Abbildung der Satellitenmessung der UAH zu erkennen (UAH: University of Alabama, Huntington).

UAH_LT_1979_thru_January_2016_v6

http://www.drroyspencer.com/wp-content/uploads/UAH_LT_1979_thru_January_2016_v6.png

Nach einem El Nino folgt wie üblich wahrscheinlich eine La Nina, das Mädchen. Dabei ist die Stärke des Mädchens nicht vorherzusagen.

Sie ist das Gegenstück zum El Nino und definiert durch stärkere Nordostpassate als im langjährigen Mittel, die nunmehr kälteres Wasser nach Westen transportieren.

 

1280px-Sea_Surface_Temperature_-_November_2007

https://de.wikipedia.org/wiki/La_Ni%C3%B1a#/media/File:Sea_Surface_Temperature_-_November_2007.jpg

Die Wetterauswirkungen La Nina sind bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei einem El Nino Ereignis.

Trotzdem ist La Nina begleitet von mehr Regen an der australischen Nordostküste und in Südostasien, von Dürren in Südamerika und vermehrtem Auftreten von Hurrikanen in Nordamerika über die Nordwestwinddrift. Der Einfluss der niedrigeren Temperatur in weiten Teilen des Pazifik hat zur Folge, dass die gemittelten globalen Temperaturen abnehmen, wie sie während eine El Nino zugenommen haben, wie man in der Graphik der Temperaturanomalien der UAH sehen kann.

UAH_LT_1979_thru_January_2016_v6

Dann – nach Abklingen des El Nino – wird sich herausstellen, ob die global gemittelte Temperatur weiter zunimmt oder auf einem gleichbleibenden Niveau wie seit dem Jahr 2000 verbleibt oder nur schwach ansteigt.

RL

PDF hier:

El Nino La Nina

 

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Update: Temperaturmessungen der Satelliten UAH und RSS bis Januar 2016

Die Temperaturanomalien der Satellitenmessungen UAH und RSS sind in den beiden folgenden Abbildungen angegeben.

UAH:

UAH_LT_1979_thru_January_2016_v6

http://www.drroyspencer.com/latest-global-temperatures/

RSS:

MSU%20RSS%20GlobalMonthlyTempSince1979%20With37monthRunningAverage%20With201505Reference

http://www.climate4you.com/GlobalTemperatures.htm

In beiden Messdaten ist die Entwicklung des derzeitigen El Nino im Temperaturanstieg deutlich zu erkennen. Er bleibt jedoch bisher noch hinter dem des starken El Nino 1998 zurück. Der El Nino 2016 hat sein Maximum bereits erreicht.

El Nino: Oberflächentemperatur des Pazifik im Bereich 3/4

nino3_4 Jan 2016

http://www.bom.gov.au/climate/enso/monitoring/nino3_4.png

Der Temperaturanstieg könnte allerdings noch 2-3 Monate fortschreiten, bevor mit großer Wahrscheinlichkeit die folgende La Nina alles wieder zurechtrückt.

RL

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La Nina, das Kleine Mädchen


Das soll zwar nicht unbedingt eine Liebeserklärung an La Nina werden, denn durch sie kommt auch zu viel Unglück über die Menschen. Sie ist u. a. für extreme Überflutungen vor allem auf der Südhalbkugel verantwortlich. Sie ist ein sehr intensives kurzperiodisches Klimaphänomen, das genau wie El Nino von keinem Klimamodell vorhergesagt werden kann. Dies trotz ihres enormen Einflusses.

Aus einem Grund allerdings mag ich La Nina, weil sie in der Regel auf einen starken El Nino folgt, der zur Freude der Klimaalarmisten die global gemittelten Temperaturen nach oben treibt. El Nina rückt die ganze Angelegenheit dann wieder zu recht, mit entsprechenden Temperaturrückgängen.

La Nina steht – im Gegensatz zu El Nino – für kälteres Wasser westlich des südamerikanischen Kontinents. Sie ist begleitet von stärkeren Südost-Passatwinden als üblich und treibt kalte Luft und kaltes Wasser vom Humboldt Strom nach Westen. Sie ist also das Gegenteil von El Nino. Der Begriff ENSO, Southern Oscillation Index beschreibt die ganze Variabilität des Zustandes des westlichen und östlichen Südpazifik: El Nino ist mit einer ENSO warmen Phase und La Nina mit einer ENSO kalten verbunden.

Weiter:
La Nina

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El Nino 2009/2010

El Nino NASA GISS
Neue Version 09.04.2010 !
Rekordverdächtige eisige Minustemperaturen im Winter 2009/2010 in Deutschland, Nordeuropa, Sibirien, großen Teilen Nordamerikas und trotzdem werden globale Temperaturen gemessen, die nach 1998 einen neuen Höhenrekord vermelden.
Verantwortlich für diese Überraschung ist das Christkind namens El Nino, das unregelmäßig alle paar Jahre im Südostpazifik auftritt. Es geht einher mit warmem Oberflächenwasser an der Westküste Südamerikas, die für ihren Fischreichtum auf Grund des kalten Perustromes (Humboldtstromes) bekannt ist. Er macht sich besonders zur Weihnachtszeit bemerkbar mit Überschwemmungen an der ansonsten trockenen Südwestküste Südamerikas, Chile, Peru. Der Fischbestand geht dramatisch in dieser Zeit zurück mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Ökonomie dieser Länder.
Ein El Nino hat starke Auswirkungen auf die mittlere globale Temperatur.

mehr:
El Nino Eigenschaften und WirkungPDF

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